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Verlegung von STOLPERSTEINEN

Impressionen

Gegen das Vergessen: Erschütternde Schicksale lassen den Atem stocken

VG Aar-Einrich, 27. Oktober 2020.

15 Stolpersteine in der Verbandsgemeinde Aar-Einrich verlegt

Beklemmend und berührend war diese Aktion: 15 Stolpersteine wurden zur Erinnerung an NS-Opfer aus der Region der Verbandsgemeinde Aar-Einrich verlegt – das hieß für den Künstler Gunter Demnig, 15-mal ein passendes Loch zu graben, 15-mal einen goldglänzenden Stolperstein zum Gedenken an ein besonderes, erschütterndes Schicksal eines Menschen in der Hand zu halten, letzte Kanten abzuschleifen, um den Stolperstein passend zu machen und dann im Boden zu verankern. Das alles verrichtete Demnig immer wieder routiniert, ruhig, in sich versunken, während im Halbkreis Frauen und Männer um ihn standen, die an den Menschen erinnerten, dessen Name in den Stein graviert ist. Samt Geburtsdatum und dem Datum seines gewaltsamen Todes.

Die Stolpersteine sind dabei kein wörtliches Hindernis beim Gehen, niemand wird körperlich über sie stolpern. Doch die kargen Daten, die die Steine enthalten, lassen den Atem stocken. Jeder Stein ist vor dem jeweils letzten frei gewählten Wohnort dieser 15 Menschen platziert, die in der Region der heutigen Verbandsgemeinde Aar-Einrich gelebt haben – in den Ortsgemeinden Kördorf, Herold, Katzenelnbogen, Allendorf und Flacht. Jeder Stein steht für  einen Menschen, der vom NS-Regime verfolgt, gequält und ermordet wurde.

Die Stolpersteine erinnern dabei an die Schicksale von jüdischen Bürgern und die Ermordung von Menschen mit körperlichen und seelischen Behinderungen während der NS-Diktatur. Um diese Menschen noch einmal möglichst lebendig ins Gedächtnis zu rufen, lasen Mitglieder des Arbeitskreises Stolpersteine der VG Aar-Einrich Erinnerungen an die Vita der ermordeten Menschen vor.

So wie die von Frieda Weber, einem fröhlichen Kind, das 1914 auf die Welt kam, mit seinen Eltern in Herold auf dem Bauernhof aufwuchs. Ein Mädchen, das nach dem Tod der Mutter 1929 in die damalige Heilanstalt Scheuern kam, zunächst wenig Kontakt fand und so gern mit ihrem Teddy spielte. Ein Mädchen, bei dem „mongoloide Idiotie“ festgestellt wurde, bei dem aus Sicht der Ärzte „keine Aussicht auf Besserung oder Heilung“ stand. Aus dem  Mädchen wurde eine junge Frau wurde, die sich freute, wenn sie ihre Jacke anziehen durfte, weil sie wusste, dass dann der ebenfalls erkrankte Vater zu Besuch kam, der ihr heimlich ein wenig Essen zusteckte. Über diese junge Frau, die nicht gefördert wurde, gab es über die Jahre in den Unterlagen der Anstalt immer weniger Einträge. Frieda Weber wurde schließlich als „unwertes Leben“ und „unnützer Esser“ eingestuft und am 21. April 1941 abgeholt. Sie wurde nach Hadamar transportiert und kam dort noch am selben Tag in die Gaskammer, wo sie ermordet wurde.

Die Besucher der Stolpersteinverlegungen waren bei jeder dieser Erinnerungen erschüttert – erst recht, wenn dann noch ein Bild gezeigt wurde, das, wie bei Frieda Weber das fröhliche Gesicht eines glücklichen Mädchens zeigte.

„Es ist so wichtig, dass wir diese Schicksale und diese Verbrechen niemals vergessen“, so die einhellige Meinung der Teilnehmer, zu denen natürlich in jedem Ort Bürgermeister, Vertreter der Verbandsgemeinde und des Arbeitskreises Stolpersteine der VG Aar-Einrich sowie zahlreiche Bürger gehörten, die den ermordeten ehemaligen Mitbürgern mit Blumen auf dem Stolperstein die letzte Ehre erwiesen.

Die Verlegung eines Stolpersteins kostet 120 Euro für Vorbereitung, Material, Fertigung und Versand. Die Steine werden vom Berliner Bildhauer Michael Friedrichs-Friedlaender (Berlin) in Handarbeit angefertigt. Der Arbeitskreis Stolpersteine der Verbandsgemeinde Aar-Einrich finanziert die Stolpersteine und ihre Verlegung durch Spenden.  Privatpersonen, Institutionen, Firmen, Vereine oder Parteien können Patenschaften übernehmen. Spenden sind möglich auf eines der Konten der VG Aar-Einrich unter dem Stichwort „STOLPERSTEINE“:

Nassauische Sparkasse IBAN: DE76 5105 0015 0604 0147 00,
Volksbank Rhein-Lahn-Limburg eG, IBAN: DE07 5709 2800 0206 8997 00,
Postbank Frankfurt, IBAN: DE03 5001 0060 0337 2506 00.

„In Auschwitz gab es keine Vögel“

Impressionen

Gnadenlos gespenstisch: „In Auschwitz gab es keine Vögel“

Evangelische Kirche Klingelbach/VG Aar-Einrich, 24. Oktober 2020.

Berührende Konzert-Lesung mit Monika Held und Gregor Praml
Ein Abend voller Gänsehaut: Sie begann mit der Lesung und dem Originalton des Protagonisten Hermann Reineck aus dem Buch von Monika Held „Der Schrecken verliert sich vor Ort“, und wich nicht mehr, bis der letzte Ton verklungen war: „In Auschwitz gab es keine Vögel. Ich weiß nicht, was die Vögel aus Auschwitz vertrieben hat. Vögel gibt es überall, ich habe genau aufgepasst und hingehört, es war dort gespenstisch ruhig.“ Die Besucher in der Kirche waren ergriffen von der  Lesung aus dem Buch von Monika Held, die mit ihrer Geschichte Erlebtes und Erlittenes weitergeben will: „… gegen die Grenzen der Vorstellungskraft und verbunden mit der Absicht, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in unserem Land zu bekämpfen.“

Der Kontrabassist Gregor Praml und die Autorin Monika Held erzählen diese Geschichte gemeinsam: Praml kreiert mit seinem Instrument einen Klangkosmos zum Thema „Erinnern, um nicht zu vergessen“: Der Bass groovt, singt und klagt und seine Klanglandschaften klingen nach einem ganzen Orchester. Durch die Konzertlesung ziehen sich die sehr persönlichen und berührenden O-Töne des Zeitzeugen, aus dessen Überlebensgeschichte der Roman entstand. Eine besondere Idee des   Filmkomponisten und Weltmusikers Matthias Frey, der auch künstlerischer Leiter des Kulturprogramms Dialog Aar-Einrich ist, im Vorfeld auf die Stolperstein-Verlegung in der Verbandsgemeinde Aar-Einrich hinzuweisen. Der Arbeitskreis Stolpersteine stellte die Veranstaltung vor und verlas dazu mehrere Biografien von Menschen aus der Region, die während des NS-Regimes ermordet wurden.

Gefördert wurde die Konzert-Lesung im Rahmen des Kulturprogramms Dialog Aar-Einrich durch die LEADER AG Lahn-Taunus, von der Europäischen Union (ELER-Mittel) und dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz.

Monika Held und Gregor Praml haben ein besonderes Angebot für Schulen entwickelt:

Wegen der Corona-Pandemie mussten viele Veranstaltungen abgesagt werden. Darum haben Held und Praml mit dem Filmemacher Mathias Hundt eine filmische Umsetzung der Konzert-Lesung produziert. Der Film folgt der Ursprungsidee, eine Lesung mit Live-Musik zu verknüpfen, die nicht nur Begleiter, sondern selbst zum Erzähler wird. Hundt arbeitet mit nur einer Kamera, die den Zuschauer durch die Geschichte führt. Sie ermöglicht es, nah bei den Protagonisten zu sein. Der Film wird kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Künstler vergeben ein Passwort. Kontakt: Gregor Praml: info@gregorpraml.de 0171–4535321

Weitere Informationen zur Konzertlesung

Link zum Trailer des Films „In Auschwitz gab es keine Vögel“

Autorin Monika Held und der Kontrabassist Gregor Praml sind selbst zu Erzählenden geworden, um das Vergessen der NS-Gräueltaten zu verhindern. Foto: Uschi Weidner

Black Pirate Poetry – Leinwandlyrik mit Ralph Turnheim

Black Pirate Poetry – Leinwandlyrik mit Ralph Turnheim

Zollhaus/VG Aar-Einrich, 9. Oktober 2020.

Knurren, Säbelklirren und dramatisches Seufzen in historischer Vollendung

Sollten Stummfilme eine Stimme bekommen? Wenn es die von Ralph Turnheim ist, dann auf jeden Fall! Der Schauspieler erweckte den ersten farbigen Piratenfilm der Welt auf unvergleichlich witzige Weise zu ganz neuem Leben. Mit seiner „Leinwand-Lyrik“ begeisterte der Schauspieler nun das Publikum im Kinosaal des Kreml-Kulturhauses in Zollhaus.

Das Publikum war handverlesen, denn die Veranstaltung fand witterungsbedingt nicht open air statt –  und im Kinosaal dürfen momentan nur wenige Zuschauer Platz nehmen. Die jedoch hatten eine Mordsgaudi bei ihrer recht exklusiven Vorstellung. Ralph Turnheim, ausgebildeter Schauspieler und virtuoser Sprechkünstler, begeisterte sie mit seiner „Black Pirate Poetry“, einer Veranstaltung des Kulturprogramms Dialog Aar-Einrich die in Kooperation mit dem Kreml Kulturhaus stattfand. Turnheim stellte zunächst die Produktionsumstände des Films „black pirate“ und die damals einzigartige Technik der Colorierung mit all ihren Tücken und Finessen vor – professionell, leicht verständlich und sehr informativ.

Dann ging es ans Eingemachte – Licht aus, Stummfilm an, plus Stimme aus der Dunkelheit. Der „wohl einzige professionelle Stummfilmerzähler im deutschen Sprachraum“, wie Turnheim selber sagt, gab den Rollen durch seine unvergleichliche Simultansynchronisierung feinst geschliffene Charaktere. Live, lyrisch und mit charmantem wienerischen Unterton hatte er die Zuschauer und -hörer schnell in seinen Bann gezogen. Da war der französische, hinterlistige Pierre, der stolze Fürst, das verhuschte Prinzesschen und viele mehr. Jede Rolle bekam eine eigene Stimme, eigenen Dialekt und Stimmfarbe. Turnheim hatte kaum Zeit, Luft zu holen, denn auch Hintergrundgeräusche, das Knurren der Piratenmeute, das Paffen des knorrigen Alten und selbst die Töne des erbitterten Säbelkampfes erschuf er allein mit seinen Stimmbändern.

90 Minuten sprach, seufzte und rasselte Turnheim durch den Film und hatte – dann endlich nach einem kräftigen Schluck aus der Wasserflasche – noch viel Freude am Publikum: Das verwöhnte ihn nicht nur mit sehr lang anhaltendem Applaus und Jubel, sondern stellte viele Fragen rund um die besondere Kunst des Stummfilmerzählens.

Einen Tag braucht er für eine Minute Text, verriet er. Das Erzählen, die Stimmvielfalt und Atemtechnik habe er durch seine Schauspielausbildung verinnerlicht. Die Zuschauer waren begeistert. „Schade, dass man sich die vielen tollen Reime nicht merken konnte“, meinte einer von ihnen. Eine philosophische Weisheit aus einem besonders dramatischen Moment habe er sich jedoch mitgenommen: „Dein Leben ganz beschissen läuft – wenn Dein Retter grad ersäuft!“

Gefördert wurde die zweistündige Veranstaltung im Rahmen des Kulturprogramms Dialog Aar-Einrich durch die LEADER AG Lahn-Taunus, von der Europäischen Union (ELER-Mittel) und dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz.

Douglas Fairbanks brilliert als eben jener im ersten Piratenfilm Hollywoods. Das Epos auf hoher See ist so aufwendig und dynamisch in Szene gesetzt, wie nur Fairbanks es konnte. Alle Piraten-Mythen, die seit Jahrhunderten die Fantasie der Menschen anstacheln, finden sich in diesem gigantischen Werk. 1926 waren Farbfilme unerforschtes Terrain, doch Fairbanks wagte das Abenteuer und produzierte den ersten in Farbe gedrehten Kinofilm Hollywoods. Das Publikum stürmte begeistert die Kinos. Anekdote am Rande: Einem Kinobesitzer waren die hohen Einnahmen regelrecht unangenehm – deswegen zahlte er Fairbanks zu den üblichen Tantiemen freiwillig eine zusätzliche Beteiligung aus.

Weitere Infos zu Ralph Turnheim gibt es unter: www.leinwand-lyrik.de

„Anders gedeutscht“ mit Markus Jeroch

Impressionen

Fotos © Dagmar Schweickert

„Anders gedeutscht“ – mit Marcus Jeroch

Katzenelnbogen/VG Aar-Einrich, 3. Oktober 2020.

Grandioses Sprachabenteuer: Nudelholz als Eheretter und Glühwürmchensex im Birnbaum

Marcus Jeroch begeisterte in der Stadthalle – Großes Interesse an Roll-Up-Ausstellung

Der Abend mit dem Wortjongleur Marcus Jeroch hat das Publikum begeistert: Wegen der großen Nachfrage war der Abend mit dem begnadeten Entertainer vom Einrichmuseum kurzfristig in die Stadthalle Katzenelnbogen verlegt worden.

„So konnten wir die aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln problemlos umsetzen“, betonte der Organisator und künstlerische Leiter des Kulturprogramms Dialog Aar-Einrich Matthias Frey. Er eröffnete den Kulturabend und freute sich darüber, dass es gelungen war, am Tag der deutschen Einheit neben dem Solokünstler auch eine sehr aktuelle Roll-Up-Ausstellung in der Stadthalle präsentieren zu können.

Die wurde von Dominic Schreiber im Namen des Regionalbüros Rheinland-Pfalz/Saarland der Friedrich-Ebert-Stiftung vorgestellt: Auf 16 Tafeln führt sie vor Augen, worin die Grundlagen unserer Demokratie bestehen und wie sehr Rechtsextremismus diese Demokratie und die Menschenrechte bedroht. Die Ausstellung informiert über verschiedenste Facetten des Rechtsextremismus und nimmt speziell Bezug zu Rheinland-Pfalz. Vor dem Bühnenprogramm und während der Pause nutzten die Gäste die Gelegenheit, die Roll-Ups und ihre tief berührenden Inhalte näher zu betrachten. In den kommenden Wochen werden die Exponate im gesamten Gebiet der VG Aar-Einrich verteilt zu sehen sein.

Im Mittelpunkt des Abends stand für die 80 Zuschauer dann aber natürlich das umwerfende Soloprogramm „Anders gedeutscht“, das der Berliner Künstler Marcus Jeroch passend zum Tag der deutschen Einheit und im Rahmen des Kulturprogramms Dialog Aar-Einrich zum Besten gab.

Mit einer gelungenen Mischung aus Akrobatik, Jonglage, Slapstick und schier unbeschreiblich virtuosem Wortwitz entführte Jeroch die Zuschauer aus dem tristen Herbstalltag. Die Gäste kamen kaum aus dem Staunen heraus, lachten Tränen oder lauschten fasziniert angesichts der dargebotenen Wortkunst. Worte, Texte und Bälle machte Marcus Jeroch zu seinen Spielzeugen. Er verformte sie, erschuf unerwartet Neues. Schachtelsätze und verrenkte Gliedmaßen sorgten für eine atemberaubend wilde Fahrt durch die Welt der Semantik und Sprachphilosophie. Da wurden Glühwürmchen zu Schöpfern der Glühbirnen, Nudelholz und Fahrradkette dienten dazu, eine Ehe zu retten und natürlich wäre es für alle viel besser vom „Geschlecht“ zum sprachlich viel freundlicheren „Ge-gut“ zu wechseln.

Wie der Verzicht auf einzelne Buchstaben zu grandios komischer Sprache führen kann und wie virtuos es ist, jeden Satz mit dem letzten Wort des vorherigen Satzes beginnen zu lassen: Das alles und noch viel mehr verwebte Marcus Jeroch zu einem Abend voller Esprit, Humor und Feingefühl. Das Publikum war begeistert und spendete langen Applaus für den Ausnahmekünstler aus Berlin.

Gefördert wird die Veranstaltung durch die LEADER AG Lahn-Taunus, von der Europäischen Union (ELER-Mittel) und dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz.

Roll-up Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“

Kurz bevor der Berliner Wortjongleur Marcus Jeroch die Besucher mit seinem Soloprogramm „Anders gedeutscht“ fasziniert, beginnt im Foyer  die Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung. Was sie vermittelt, geht ans Herz, macht nachdenklich und rüttelt auf: Auf 16 Tafeln zeigt die Ausstellung, worin die Grundlagen unserer Demokratie bestehen und wie sehr Rechtsextremismus genau diese Demokratie und die Menschenrechte bedroht. Die Ausstellung informiert über verschiedenste Facetten des Rechtsextremismus und nimmt dabei speziell Bezug zu Rheinland-Pfalz.

„Die Arbeit mit der Ausstellung ist auch eine gute Methode für Schulen, Institutionen und Initiativen, sich mit gesellschaftlichen Grundsatzfragen und aktuellen Entwicklungen auseinander zu setzen“, erklärt Matthias Frey, der künstlerische Leiter des Kulturprogramms Dialog Aar-Einrich dazu. Die Ausstellung wird am 3. Oktober in der Stadthalle Katzenelnbogen eröffnet und dort komplett präsentiert.  Anschließend werden die einzelnen Exponate in der gesamten Verbandsgemeinde Aar-Einrich verteilt und ausgestellt. Die Ausstellung kommt sozusagen zum Publikum.

Eine Ausstellung des Regionalbüros Rheinland-Pfalz und Saarland der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Gefördert wird die Veranstaltung durch die LEADER AG Lahn-Taunus, von der Europäischen Union (ELER-Mittel) und dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz.
Eröffnung der Ausstellung: am Samstag 3. Oktober 2020
Laufzeit: 3.–30. Oktober 2020

Weitere Infos zur Ausstellung finden Sie hier

Sunny Afternoon

Impressionen

Fotos © Dagmar Schweickert

Sunny Afternoon

Bärbach/VG Aar-Einrich, 29. August 2020.

Großartige Bienen und Ukulelen: Weltuntergang verhindert und Menschen beglückt

Heiter und sehr beschwingt ging es zu beim SUNNY ATERNOON in Bärbach auf dem Apfelhof: Fröhliches Freilufttheater mit ernster Botschaft, fröhliche Ukulelen und glückliche Besucher machten auch diese Veranstaltung des Dialog Aar-Einrich zu einem wundervollen Erlebnis.

Offensichtlich hatten alle Beteiligten im Vorfeld ihre Teller brav leer gegessen, denn das Wetter war entgegen der Vorhersage traumhaft spätsommerlich. Im Sonnenschein nahmen die Besucher mit gebührenden Abstand Platz auf Stühlen oder der Wiese, in Hängematten oder auf Bänken und genossen zunächst die Weltpremiere von Bien & Blum: Daniela Daub und Beatrice Hutter kämpften als Theater-Duo „Summa Summarum“ gekonnt komisch ums nackte „ÜberLeben“ der Artenvielfalt. Poetisch, dramatisch und schräg trotzten sie als Bien und Blum mit Tuba, Akkordeon und viel Wasser dem Insektensterben. Mit pompösem Getöse und gekonntem Slapstick verhinderten sie den Untergang angesichts akuten Drohnenmangels und begeisterten die Apfelhofbesucher, die gar nicht mehr aufhören wollten, zu applaudieren.

Nach kurzer Pause, in der wieder die Kirmesgesellschaft mit überdimensionalen Hula-Hoop-Reifen humorvoll an die Abstandsregeln erinnerte, sorgten die begnadeten „The Stagies“ aus Wiesbaden unterstützt von den quicklebendigen Kurstadt Ukulelen für Glücksgefühle. International besetzt und mit echten Klassikern der vergangenen Jahrzehnte von „Stand by me“ bis „Biene Maja“ konnte nichts schiefgehen: Die Zuhörer waren einfach glücklich, wippten, klatschten und sangen bei der mitreißenden  Mischung aus Rock, Pop, Folk und Jazz  sofort mit.

Matthias Frey, der Organisator und künstlerische Leiter des Dialogs Aar-Einrich, freute sich unbeschreiblich: „Es war ein riesiges Vergnügen, diesen SUNNY AFTERNOON mit so vielen lebenslustigen und optimistischen Menschen zu erleben“, so sein Fazit nach fast drei Stunden voller Musik, Theater und Begegnung in guter Laune.

Der SUNNY AFTERNOON war eine Veranstaltung des Dialog Aar-Einrich. Gefördert wurde die Veranstaltung über die LEADER AG Lahn-Taunus, von der Europäischen Union (ELER-Mittel) und dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz.

Die STAGIES mit ihrem Programm „…kann Spuren von Ukulelen enthalten“ . Der Sound aus Ukulelen und klassischer Band: unvergleichlich und mitreißend und gerne auch zum Mitsingen. Das Repertoire sind Gute-Laune-Lieder aus mehreren Jahrzehnten. Von Van Morrison „Brown Eide Girl“ über „And I Love Her“ von den Beatles bis hin zu „You’ll Never Walk Alone“ von Garry & the Pacemakers.
Witziges Geschrammel zu bekannten Hits aus Folklore, Schlager, Pop und Rock. 10 berühmte und berüchtigte Musikanten auf der Bühne nehmen aber auch nix ernst und alle Hürden des Quintenzirkel und der Verhinderung aller Grammys in Kauf!

Zu den Kurstadt Ukulelen gehören Loti Pohl (Sänger der Wiesbadener Kapelle „Die Crackers“), Sheela Berigai (Sängerin mit indischen Wurzeln und Vokalistin bei „Sheela & The Parkers“), Porky Kronier (Vokalist unter anderem der „Nize Boyz“), Hella Schwenk, Uliana Shilovskaya, Manfred Brater-Tönnessen, und Teddy Vrbanc. Zum Ukulelen Orchester gesellt sich eine Band, die aus Gerd Vogel (u.a. Sunnyland Bluesband)/Gitarre, Andre Coluccelli /Drums + Percussion sowie Tom Bornemann /Bass besteht. Kapellen-Gründer ist Udo Parker, Musiklehrer an der „Stage Ahead Music School“ – daher auch der Name der Band.

Bien & Blum – Poetisch, dramatisch, schräg.

Das Leben ist paradiesisch. Blum verströmt dufte Melodien, Bien wirbel Blütenstaub auf und jongliert Pollen.

Die Überraschung ist perfekt, als die Arbeiterbiene pompös zur Königin gekrönt wird. Doch dann fällt der Hochzeitsflug aus, und der Untergang droht.
Mit unerschütterlichem Lebensmut aber trotzen Bien & Blum dem Insektensterben und stecken rundum vergnügt alle an.

Wo Bien & Blum auftauchen, zaubern sie ein Lächeln oder auch breites Grinsen auf die Gesichter der Passanten. Mit Akkordeon und Gießkanne, Pollenbällen und Tuba schwärmen sie aus und verwandeln Fußgängerzonen in komödiantische Blumenwiesen und wirbeln auch mal ordentlich Blütenstaub auf.

Art’n Vielfalt garantiert!

Beatrice Hutter ist Schauspielerin und Musikantin. Ihre Theaterausbildung machte sie an der Academia teatro Dimitri in Verscio (CH), war anschließend an verschiedenen Theaterhäusern beschäftigt und tourte fünf Jahre mit dem Zelttheater Chapiteau.
Mit ihren Solo-Theaterstücken ist sie deutschlandweit unterwegs, macht Regien, Theatermusik und Ausstattungen im Kleinkunstbereich und leitet soziokulturelle Projekte. www.beatricehutter.com

Daniela Daub ist Jongleurin, Komikerin und Poetin. Nach dem abgebrochen Physikstudium und der abgeschlossenen Ausbildung zur Tischlerin ging sie nach Paris auf die Ecole du Cirque Nationale Fratellini und studierte anschließend Theaterwissenschaft in Mainz.
Sie macht seit über zwanzig Jahren Straßentheater und Kleinkunst (bis 2018 mit dem duo farfalle) und zusammen mit der Stimmkünstlerin Silvia Sauer „Stimmjonglage“ : die Qsinen.

Die Laufmaschen

Kino-Varieté

Impressionen

Fotos © Dagmar Schweickert

Kino-Varieté

Zollhaus/Rhein-Lahn, 21. August 2020

Alte Zeiten zum Leben erweckt: Stummfilmabend verzaubert mit Musik und Akrobatik

Was für ein wundervoller Abend:  Ausverkauftes Haus gab es beim Kino-Varieté im Kreml Kulturhaus in Zollhaus. Stummfilme mit Livemusik, Wortakrobatik, Jonglage und berührende Blicke zurück in die Vergangenheit der Region begeisterten die Menschen, die am Wochenende den „Orientzauber auf dem Lande“ erlebten.

Das von Arte entwickelte und auf die Region zugeschnittene Projekt überzeugte mit seiner gelungenen künstlerischen Mischung.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Dialogs Aar-Einrich statt. Und so dankten  zur Begrüßung VG-Bürgermeister Harald Gemmer und der künstlerische Leiter Matthias Frey nicht nur Nina Goslar von der Filmredaktion ZDF/ARTE, die das Programm maßgeblich mitgestaltet hatte, sondern auch den Förderern, durch die diese besondere kulturelle Veranstaltung möglich wurde: Die Veranstaltung des Dialog Aar-Einrich wurde über die LEADER AG Lahn-Taunus, von der Europäischen Union (ELER-Mittel) und dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz gefördert. Landrat Frank Puchtler überreichte außerdem bei der Begrüßung im Namen der Wirtschaftsförderung Rhein-Lahn einen Zuschuss über 1000 Euro.

Pünktlich zum Abschluss der offiziellen Eröffnung hatte die Dämmerung eingesetzt und die vielen Zuschauer, die coronakonform und unter freiem Himmel im „Amphitheater“ Platz genommen hatten, ließen sich für Stunden verzaubern: Die  regionale „historische Wochenschau“ erinnerte an längst vergangene Zeiten in der Region Aar-Einrich: Vom Schlittenfahren über Feuerwehrfeste bis zum Heimatfest gab es einen außergewöhnlichen Bilderreigen zu bestaunen. Das Bildmaterial war zusammengestellt worden von Volker Satony, Werner Mohr sowie der Burgschwalbacher Firma „Design und Media“ und begeisterte die Zuschauer.

Auch der 1914 entstandene Film „ Lahntal, Bad Ems“ des Kamera-Pioniers Oskar Barnack sorgte für viele überraschende Einblicke: Die Mode, die Hüte, das unverbaute Ufer der Lahn – das Publikum kam aus dem Staunen angesichts der Impressionen des mondänen Kurorts vor über hundert Jahren kaum heraus. Zum Schmunzeln war anschließend der Kurzfilm „Der arabische Zauberer“ aus dem Jahr1906, der sich als origineller und amüsanter Werbespot für Kupferberg entpuppte.

Die Stars den Abends, die all diese sehenswerten Einzelstücke zu einem großen Genuss verbanden, waren dabei unbestritten der Moderator und die Musiker: der Berliner Jongleur und Wort-Akrobat Marcus Jeroch hatte das Publikum mit seinem Wortwitz und seiner Jonglagekunst im Handumdrehen um den Finger gewickelt. Die Livemusik sorgte stimmungsvoll, auf den Punkt und unvergleichlich virtuos für die passende Untermalung: Das Gramm Art Project mit Julian Gramm (Gitarre) und Thomas Bugert (Kontrabass) und Duo Cantabile mit Lilian Jacob (Violine) und Ursula Herrmann (Akkordeon) bereicherten die historischen  Kinoschätze auf grandiose Weise. So wurde schließlich auch der Hauptact des Abends, der 66minütige Silhouettenfilm „Die Abenteuer des Prinzen Achmed” von Lotte Reiniger erst durch die Livemusik wahrhaft zum Leben erweckt – die Zuschauer waren beeindruckt von diesem – für damalige Zeiten –  technischen Meisterwerk, das sie eine Welt der Märchen und Sagen entführte und freuten sich, diese besondere Kulturveranstaltung miterlebt zu haben.

Der Silhouettenfilm “Die Abenteuer des Prinzen Achmed” von Lotte Reiniger feierte 1926 in Berlin Premiere und gilt als erster abendfüllender Animationsfilm.
Wenn man bedenkt, dass jede der agierenden Figuren in allen ihren Gelenken beweglich sein muss … so kann man sich eine Vorstellung da­von machen, welch ein Wunderwerk hier geleistet ist. Aber auf das Technische allein kommt es ja nicht an, die Hauptsache ist, dass der Geist des Märchens hier in der filmischen Bilderfolge aufs Glücklichste neu geboren ist und dass die Welt orientalischer Wunder… mit den Mitteln einer an türkischen und japanischen Vorbildern geschulten Silhouettenkunst neu geschaffen ist.” (Vorwärts vom 9.5.1926)

Der Wortakrobat: Marcus Jeroch (Berlin) – Sprache und Artistik.

Jonglierte Kisten verwirbeln Buchstaben, hin zum dramatischen Gedicht, fehlende Buchstaben verwandeln einen Text in Erinnerung, und kaum geschehen, bringt eine verwegene Performance mit Hula-Hoop-Reifen, Jojo und Pingpongbällen das Publikum zum Staunen.

Marcus Jeroch ist Akt und Moderator zugleich, ein Hasardeur der Sprache und Bewegung, ein Sinnjongleur – regelmäßig engagiert im Tigerpalast Frankfurt, im Hansatheater Hamburg oder im legendären Chamäleon-Varieté. Der Krystallpalast Leipzig zählt ebenso zu den Adressen seiner Varieté-Karriere wie das Apollo in Düsseldorf, das Palazzo in Freiburg und andere mehr. Daneben war und ist er auch in zirzensischen Ausnahmeprojekten wie bei „Gosh“ oder „Zirkus ohne Elefanten“: Hyyrä und Hyrrä Tytö! zu sehen.  Marcus Jeroch ist Varieté! https://marcusjeroch.de/variete

Das Gramm Art Project mit Julian Gramm (Gitarre) und Thomas Bugert (Kontrabass) kombiniert bei seinen Stummfilmkonzerten historische Kinofilme mit jazzig-avantgardistischer Klanggestaltung. Jedes Filmkonzert ist ein neues, einmaliges Erlebnis, bei dem Liebhaber des klassischen Lichtspiels ebenso auf ihre Kosten kommen wie Musikfans. Seit 2017 vertonen die beiden Profimusiker des Gramm Art Projects klassische Stummfilme, neben den  “Abenteuern des Prinzen Achmed” auch Filme von Friedrich Wilhelm Murnau. https://www.grammartproject.com/

Das Duo Cantabile ist nicht nur in seiner Besetzung mit Violine und Akkordeon in der Region außergewöhnlich. Lilian Jacob (Violine) stammt aus Rumänien und fand in Ursula Herrmann (Akkordeon) eine kongeniale Partnerin, mit der er aufgrund anfänglicher Sprachbarrieren ausschließlich über Musik kommunizierte. Aus diesem Dialog ist nun ein festes Duo entstanden, das neben Klassik auch Tangos und zahllose Evergreens im Repertoire hat.

Das gesamte Programm entstand in Zusammenarbeit von Dialog Aar-Einrich (Matthias Frey) mit der Filmredaktion von ZDF/ARTE in Mainz (Nina Goslar).

Woodvibrations

Impressionen

Fotos © Dagmar Schweickert

Woodvibrations – Waldbaden mit Musik

VG Aar-Einrich, 16. August 2020

„Wood-vibrations“ verwöhnten die Menschen mit Lebenslust

Die ersten „wood-vibrations“ in der Verbandsgemeinde Aar-Einrich haben sich noch besser angefühlt als erwartet. Es stimmte einfach alles: Strahlender Sonnenschein, bestens gelaunte Besucher und hochmotivierte Musiker machten das Waldbaden mit Musik zu einer rundum gelungenen Veranstaltung des Dialogs Aar-Einrich.

Gleich mittags strömten von der ersten Minute an die Besucher genau so, wie Organisator Matthias Frey es sich vorgestellt hatte, zum Radweg zwischen Allendorf und Zollhaus: Zu Fuß, mit Leiterwagen, auf dem Fahrrad, Oma und Opa, Enkel, kleine Grüppchen oder auch einzelne Genießer. Sie alle machten sich in der ein oder andere Richtung auf den Weg, um den Wald an diesem Sonntag auf ganz besondere Weise zu erleben. Waldbaden mit Musik war angesagt, Konzerte open air und unplugged, mitten im Wald. Die Abstandsregeln wegen der Coronapandemie konnten an der frischen Luft leicht eingehalten werden – auf spaßige Weise erinnerten außerdem die Mitglieder Katzenelnbogener Kiremsgesellschaft daran: Sie hatten sich überdimensionale Hula-Hoop-Reifen umgeschnürt, die sie mit den typischen bunten Kirmesbändern verziert hatten. „Das war eine wirklich sympathische und lustige Art, an die Abstandsregeln zu erinnern“, freuten sich Matthias Frey und Verbandsgemeindebürgermeister Harald Gemmer, als sie die lustige Truppe auf dem Waldweg erblickten.

Auf der 4,5 Kilometer langen „Wandelmeile“ tauchten sie dann immer wieder und meist unerwartet auf: Bands, Sänger, Künstler, Schauspieler. Manchmal kündigten sie sich mit ihrer Musik aus der Ferne an, nur akustisch allerdings, denn der Blick auf die sympathischen, kreativen „Wegelagerer“ ergab sich oft erst im allerletzten Moment, wenn man fast schon direkt vor ihnen stand. Und da saßen sie dann oder standen, spielten Akkordeon oder Geige, gaben Kurzgeschichten zum Besten oder rockten auch schon mal unplugged in den fast wolkenlosen Himmel hinauf.

Die Zuschauer genossen den Nachmittag jeder auf seine Weise: Manch einer verweilte nur kurz, um bald schon zur nächsten Künstlerstation weiter zu schlendern, andere ließen sich nieder, sogen den Moment auf. Ein Pärchen entdeckte eine Bank jenseits des Waldrands, genoss den Blick aufs Feld und hatte die „wood-vibrations“ als verträumte Hintergrundmelodie.

Eine weitere, ganz besondere und selten gewordene Zutat machte diesen Nachmittag so unvergleichlich und intensiv – immer wieder schwärmten die Menschen, die aus der gesamten Region gekommen waren und nun auf dem Radweg wandelten: „Endlich wieder andere Menschen treffen, endlich wieder ein bisschen so fühlen wie früher. Sich treffen, plaudern – es tut so gut!“ Das war ein Dialog Aar-Einrich, der seinem Namen also alle Ehre machte. Und noch bevor die ersten „wood-vibrations“ gemütlich im Wald verklangen und der eifrig genutzte Shuttlebus seine letzte Runde zwischen Allendorf und Zollhaus drehte, gab es auch das wieder und wieder zu hören: „Bitte wiederholt das nächstes Jahr, es war einfach wunderbar!“

All diese wunderbaren Künstler haben dazu beigetragen, die ersten „wood-vibrations“ zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen:

Joachim Wester (freie Rede, begnadeter Geschichtenerzähler)

unbagged: Simon Gödekemeyer /Akustik Gitarre und Gesang, Jörg Weyerhäuser / Bass, Daniel Vogt / Leadgitarre., Dennis Schweikert / Cajon  &  Rolf Breitscheid – Didgeridoo

Nixdruff: Michael Friedrich / Gitarre, Alfred Schade / Bass, Beate Schade / Cajon, Jörg Klapproth / Schlagzeug, Cajon , Stephan van den Brurck / Saxophon, Andreas Grunwald / Gesang, Elena / Violine, Wilhelm Rahn; Mundharmonika, Melodica, Keyboard

Manuel Mohr: Malerei

Duo Cantabile:  Ursula Herrmann / Akkordeon, Lilian Jakob / Violine

Björn Meindl / Gitarre und Gesang

Dieter Kremer / Cajon, Perkussion, Mundharmonika

Holz-Skulpturen: Ralf Schlarp

Kurt Hummel / Gitarre

blue current: Axel Wienker / Contrabass, Detlef Rieger / Gesang, Carlo Rieger / Perkussion, Jaqueline Schneider / Gesang, Felix Wienker / Klavier

Maso Maso: Hedij Heine / Sopran-Saxophon, Ute Khodakast / Tenor-Saxophon, Helmut Kern – Alt-Saxophon, Renate / Alt- Saxophon, Elke Wiegratz / Perkussion, Carlo Rieger / Perkussion, Detlef Rieger / Gitarre

Waldschule: Kerstin Christ, Rolf Friedrich.

Takashi Johrden / Gitarre

Herzwind-Duo: Micha Steinhauer / Gitarre und Gesang & Luna Freiflug / Gesang

Chapiteau Theater: Manfred Kessler

Alfred Weber  Literatur-Vortrag

Tilmann Höhn / Gitarre  und Jens Biehl / Perkussion

katholische Kirche Zollhaus:

Mechthild Kitzler / Literatur-Vortrag, Manuela Dietrich / Orgel, Marie Runge / Gesang,

Dominik Gerber / Orgel

Kirmesgesellschaft Katzenelnbogen:

„Bitte-Abstand-halten-freundliche-Erinnerungs-Hula-Hoop-Reifen“-Performance

Fröhliche Musik, freundliche Menschen und ganz viel Lebenslust erwartet alle, die die ersten „Wood Vibrations“ am Sonntag, 16. August, entlang des Loreley-Aar-Radweg  miterleben.

Aar-Einrich. Die Idee hinter dem „Wald-Baden mit Musik“ für alle Bürger ist so einfach wie umwerfend: Anstatt das ursprünglich geplante, ganzjährige Kulturfestival Dialog Aar-Einrich wegen Corona ausfallen zu lassen, hat Organisator Matthias Frey zusammen mit vielen kreativen Köpfen einfach eine neue Idee ins Leben gerufen: Einen ganzen Sonntagnachmittag lang wandeln oder radeln Familien, Senioren, Singles oder kleine Grüppchen – entspannt von zwei Gemeinden aus aufeinander zu und werden plötzlich zum Publikum: Sie dürfen sich auf jede Menge kultureller Überraschungen mitten im Wald freuen.

„Schwedische Favelas“ in der VG Aar-Einrich

Impressionen

Bescheiden mit Federvieh als Kontrast zum reichen Deutschland

 

Dorfgemeinschaftshaus Hahnstätten, 22.–26. Juli/Einrichmuseum, Katzenelnbogen, 29. Juli–2. August 2020

Installation „Schwedische Favelas“ in der VG Aar-Einrich

Eine „Schwedische Favela“ der Künstlerin Anna-Karin Engdahl gab es auf der Neuwagenmühle in Kördorf vom 1. Mai bis 9. August zu erleben. Die schwedische Künstlerin, die in Köln lebt, war vom 1. Juli bis 9. August anwesend: Sie betrachtet sich als Teil ihrer Installation und lebte deshalb sechs Wochen lang in und mit ihr. Begleitet wurde sie von vier weißen Tauben, zwei Hühnern und einem Hahn. Außerdem bekam sie zwei Wochen lang Besuch von ihrer 15-jährigen Tochter.

So erlebten die Besucher trotz Corona eine starke und sehr lebendige Präsentation. Die Besucherzahl war zwar vermindert, aber die Ausstellung war an allen Wochenenden und Feiertagen von 14 bis 18 Uhr geöffnet – so gab es für viele Menschen die Möglichkeit, vorbeizuschauen. Die Künstler der Neuwagenmühle drehten dabei Filme über die Favela im Einrich, die auf Youtube angeschaut werden können.

Auch der SWR wurde auf die schwedischen Favelas aufmerksam und berichtete mehrmals darüber. Unter anderem entstand bei der Midissage am 19. Juli ein Film über Anna-Karin Engdahls Arbeit.

Parallel installierte die Künstlerin zwei weitere Schwedische Favelas in der frisch fusionierten Verbandsgemeinde Aar-Einrich: Vom 22. bis 26. Juli lebte und arbeitete Anna-Karin Engdahl vor und im Dorfgemeinschaftshaus Hahnstätten, vom 29. Juli bis 2. August vor und im Einrichmuseum in Katzenelnbogen.

An beiden Wochenenden gab es zusätzliche Angebote für Kinder. So gelang es immer, mit einem kleinen Besucherkreis eine intime Favela-Atmosphäre zu inszenieren. Der Kunstraum der Schwedin stand dabei im deutlichen Kontrast zum reichen und sehr sauberen Deutschland.

Die Künstler sind sehr zufrieden: „Trotz äußerer Hürden blicken wir auf ein gelungenes Kunstprojekt zurück. Die aktuellen Herausforderungen schafften einen kontrastreichen und spannenden Rahmen für die drei Schwedischen Favelas.“ Das habe nicht nur die große Medienpräsenz gezeigt, sondern auch die vielen, sehr beeindruckten Reaktionen der Menschen, die zu Besuch kamen.

Die Installation in Hahnstätten und Katzenelnbogen war eine Veranstaltung, die im Rahmen des Kulturprogramms Dialog Aar-Einrich stattfand und über die LEADER AG Lahn-Taunus, von der Europäischen Union (ELER-Mittel) und dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz gefördert wurde.