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9. Weltklang Festival „Nordlichter“

Impressionen

Fotos: Andreas Müller

03.10.2021 Landesart, SWR Rheinland-Pfalz
9. Weltklang-Festival in Katzenelnbogen

„Nordlichter“ durchströmten das 9. Weltklang-Festival mit Sehnsucht, Hoffnung und betörenden Melodien

9. Weltklang-Festival mit Essence of North

Katzenelnbogen, 2. Oktober 2021

Das neunte Weltklang-Festival in der Stadthalle Katzenelnbogen war ein traumhaft schöner Abend – für das begeisterte Publikum ebenso wie für die exzellenten Musikerinnen und Musiker und natürlich den umtriebigen künstlerischen Leiter Matthias Frey.

Nach der Coronapause im Jahr 2020 einte alle von der ersten Sekunde an die Freude darüber, Kultur aus aller Welt wieder so hautnah und in faszinierendem Gewand erleben zu dürfen. Unter dem Festivalmotto „Nordlichter“ präsentierten Musiker aus Estland, Schweden, Island, Schweiz und Südafrika eine betörende Palette an Musikgenuss mit verschiedensten Facetten:

Essence of North, das Duo mit der isländischen Geigerin Gerdur Gunnarsdóttir und dem Schweizer Klarinettisten und Komponisten Claudio Puntin erschuf poetische Miniaturen, die melodisch natürlich sind. Ihre Klangwelt spiegelte die Fazination der Nordlichter wider. Ursprünglich sollte Essence of North ein Jahr vorher beim Dialog Aar-Einrich in der Rundkirche Niederneisen auftreten. Pandemiebedingt wurde dieser Genuss mehrmals verschoben und nun als glückliche Fügung gekonnt in das Weltklangfestival eingewoben.

Kadri Voorand trat im Duo mit Mihkel Mälgand auf. Die charismatische Sängerin, Songwriterin und Pianistin aus Estland bot wunderschöne Werke, die von akustischem Folk-Pop über R&B und Elektro bis zu Vokaljazz und lautmalerischer Improvisation reichten. Der virtuose Bassist Mälgand und sie boten perfekt aufeinander eingespielte Harmonie, die die Zuhörerinnen und Zuhörer tief beeindruckte.

Das Duo Fjarill mit der schwedischen Sängerin und Pianistin Aino Löwenmark und der südafrikanischen Violinistin Hanmari Spiegel vertonte Gedichte von Nelly Sachs und Pär Lagerkvist. Gekonnt verknüpften sie dabei tieftraurige und traumschöne Lyrik mit einer betörenden Klangwelt,  die sich von Folk und Pop bis zu Jazz und Klassik erstreckte.

Auf kongeniale Weise ergänzte die Ausstellung „Weltenfrauen“ der Fotografin Ellen Schmauss an diesem Abend den akustischen Genuss. Ihre hervorragend ins Licht gerückten Kunstwerke über die Lebensgeschichten von Frauen aus aller Welt sorgten bei den Gästen für großes Interesse und viel Beachtung.

Das neunte Weltklang-Festival in Katzenelnbogen wurde so zu einem magischen Abend, der alle Beteiligten mit einer lang vermissten Mischung aus Glück, Zufriedenheit und Hoffnung erfüllte.

Städtepartnerschaft durch das „Fenster nach Serres“

Impressionen

Fotos: Dagmar Schweickert

Boule, Musik und Sommerfrische genossen:

Städtepartnerschaft durch das „Fenster nach Serres“ mit Leben erfüllt

Hahnstätten, 22. August 2021

Aar-Einrich/Serres. Viele Gäste blickten am Sonntag auf dem Platz vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Hahnstätten symbolisch durch das „Fenster nach Serres“: Organisator Matthias Frey hatte das Fest im Rahmen des Dialogs Aar-Einrich geplant, bei dem die Gäste die Partnerschaft mit der französischen Stadt Serres aus der Ferne feierten.
Serres kam per Großbildschirm und malerische Filmaufnahmen der Region sowie persönlichen Informationen über den deutsch-französischen Freundeskreis auch in Pandemiezeiten nah an die Aar. Das Publikum schaute sprichwörtlich durch das „Fenster nach Serres“, sprach mit Mitgliedern des Freundeskreises über Aktivitäten und Freundschaften, die in den vergangenen Jahrzehnten entstanden sind: Der deutsch-französische Freundeskreis Einrich (DFFK) unterhält die Partnerschaft mit den Menschen in Serres seit 1990.
Matthias Frey hatte den lauschigen Sommernachmittag organisiert und freute sich über den Zuspruch. Für französische Atmosphäre sorgte die rege genutzte Boulebahn direkt am Dorfgemeinschaftshaus. Der Franzose Yannick Monot verzauberte die Zuhörer mit Musik im New-Orleans- und Cajun-Style, mit Akkordeonklängen und samtig-rauchigem Gesang. Tanzbare Rhythmen und herrlich gute Laune lieferten The Stagies – „die Kurstadt Ukulelen“ mit der ihnen eigenen, musikalischen Lebensfreude.
Matthias Frey war wie die DFFK-Mitglieder und Vertreter der Ortsgemeinde Hahnstätten, Stadt Katzenelnbogen und Verbandsgemeinde Aar-Einrich glücklich, dass das „Fenster nach Serres“ die Partnerschaft gestärkt hat und „man sich den Freundinnen und Freunden in Serres einfach mal wieder nahe gefühlt hat“, so VG-Bürgermeister Harald Gemmer.

Gefördert wurde die Veranstaltung durch die LEADER AG Lahn-Taunus, von der Europäischen Union (ELER-Mittel) und dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz.

So macht die Musik, dass das Bäuchlein brummt

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Fotos: Dagmar Schweickert

So macht die Musik, dass das Bäuchlein brummt

Hennermanns Horde begeisterte die Kinder mit „miniMax“

Katzenelnbogen, 24. Juli 2021

Die Stadthalle Katzenelnbogen war am Samstag erfüllt von Musik, Kinderlachen und sehr viel guter Laune: Lange ersehnt und wegen der Pandemie mehrmals verschoben war es nun endlich soweit: Hennermanns Horde sorgte für ordentlichen Wirbel bei den ab zweijährigen Kultur-Fans – und das bei gleich zwei Aufführungen an nur einem Tag.

Die Tänzer Katharina Wiedenhofer und Albi Gika mit Gregor Praml am Kontrabass schufen dabei mit ihrem Tanzstück „miniMax“ im Handumdrehen eine Welt der Gegensätze für die Jungen und Mädchen. Die hatten sich auf Turnmatten versammelt, staunten, lauschten und machten begeistert mit, als die fröhliche Künstlergruppe sie auf Augenhöhe und spielerisch einbezog in das Tanzstück, das im Rahmen des Kulturprogramms Dialog Aar-Einrich präsentiert wurde.

Katharina Wiedenhofer, ausgebildete Tänzerin, stellte mit B-Boy (Breakdancer) Albi Gika verschiedene Tanzbilder dar: Konkurrenz und Wettkämpfe, aber auch das Zusammentreffen von Gemeinsamkeiten. Dazu zupfte, klopfte und strich Gregor Praml auf dem Kontrabass, verfremdete die Melodien mit einem Looper oder spielte ganz pur. Die Kinder erleben dabei hautnah, wie Musik entsteht, und was sie mit einem macht: wie sie im Bäuchlein vibriert und das Spiel der Tänzer begleitet, sich einmischt oder den Ton angibt.

Ob Groß oder klein, laut oder leise, Aktion und Stillstand – all das erforschten die drei Erwachsenen tänzerisch und musikalisch mit den begeisterten Kindern. miniMAX nahm die kleinen Kulturfans mit auf eine Reise in die Welt der Töne und Bewegungen. Ob Hinkelkästchen oder Seiltanzen: Alle, die dabei waren, hatten richtig viel Spßa und freuten sich über wie willkommene Abwechslung.

„Es hat richtig Spaß gemacht, diese Lebensfreude live mitzuerleben“, meinte der künstlerische Leiter des Dialogs Aar-Einrich Matthais Frey anschließend, nachdem er auch die letzten kleinen Gäste strahlend verabschiedet hatte.

Gefördert wurde die Veranstaltung durch die LEADER AG Lahn-Taunus, von der Europäischen Union (ELER-Mittel) und dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz.

Manche Skier sind eine Bank – und alten Telefonen geht hier ein Licht auf

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Fotos: Dagmar Schweickert

Manche Skier sind eine Bank – und alten Telefonen geht hier ein Licht auf

Grenzenlose Kreativität: Upcycling-Ausstellung „Aus Alt mach Toll“ kam hervorragend an

Katzenelnbogen, 10–11. Juli 2021

Eine Bank aus alten Skiern, ein Tisch aus VHS-Cassetten, Kunst aus Korken, Frankenstein aus Pappmaché, Lampen aus historischen Telefonen, Handtaschen aus Schallplatten: Der Einfallsreichtum mit dem Ziel, alten Dingen neues Leben einzuhauchen, war schier grenzenlos. So kreative Ideen, ganz viel Fantasie, handwerkliches Geschick und Liebe zum Detail – die BesucherInnen waren begeistert und suchten gern das Gespräch mit den AustellerInnen an den Ständen, die kommunikativ und um keine Antwort verlegen waren sowie viele hilfreiche Tipps gaben. Gern berichteten sie über den Sinn des Repair-Cafés, das Mehrgenerationenhaus, Möglichkeiten, Lebensmittel zu retten oder aus alten Verpackungen praktische Aufbewahrungsdosen zu machen. Bei der ersten Upcycling-Ausstellung der Verbandsgemeinde Aar-Einrich standen Nachhaltigkeit, Umweltschutz, regenerative Energien und Wiederverwertung im Vordergrund. Die Organisatoren hofften im Vorfeld, dass viele Menschen in der Region richtig kreativ werden für ein aktives Statement gegen die Wegwerfgesellschaft.

Stefanie Schäfer aus Armsheim erklärte, wie sie aus alten Spirituosen, Wein- und anderen Flaschen im 800 Grad heißen Ofen das Material für flache Uhren herstellte. Auch Obstschalen und andere Utensilien entstehen so, anstatt das Altglas in Containern zu entsorgen.

Volker Karnstedt, der sein Arbeitsleben lang bei der Post bzw. Telekom gearbeitet hatte, kann die Finger bis heute nicht von Telefonen lassen. Er verwandelt richtig alte Telefone, die sonst gern nur dekorativ auf Fenstersimsen stehen, mit viel handwerklichem Geschick in Tischlampen: Durch Kupferrohr im ehemaligen Kabel „schweben“ die Hörer in der Luft und verbreiten von der Lauschmuschel, die zur Leuchtmittelhalterung umgebaut wurde, heimeliges Licht.

Auch „Opa Schmidt“, der eigentlich als Cicerone im Limekastell Pohl aktiv ist, präsentierte, was aus Liebe zu den Enkeln und Liebe zum Upcyceln alles entstehen kann. „Weil ich so oft für meine Enkel was repariert habe, entstand meine Idee, das Ganze ,Opa macht ganz‘ zu nennen“, berichtete er. Aus Pappmaché entstehen bei ihm Figuren mit umwerfendem Gesichtsausdruck, Körperhaltung, und aus den Pappmaché-Resten dann einfach Geschenkanhänger „anstelle der üblichen Schleifen“, wie der sympathische Herr erzählte.

Die Besucherinnen und Besucher genossen es, sich umzuschauen, Anregungen zu holen, das ein oder andere Unikat zu kaufen oder auch der Musik zu lauschen, denn: Untermalt wurde die Veranstaltung von ganz unterschiedlichen MusikerInnen, die sich auf der offenen Bühne und somit „Mitten unter uns“ präsentierten. Diese Aktion ist gleichzeitig ein weiteres Angebot, das durch das Kulturprogramm Dialog Aar-Einrich entstand, bisher aber coronabedingt immer wieder verschoben werden musste

Matthias Frey und Marina Wolf, die beiden OrganisatorInnen waren begeistert von der Resonanz auf die erste Upcycling-Ausstellung, die in zwei Jahren erneut stattfinden soll.

Gefördert wurde die Veranstaltung durch die LEADER AG Lahn-Taunus, von der Europäischen Union (ELER-Mittel) und dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz.

Intelligenter Zynismus: Darum wurde die Echse nie Papst und verkleidet Gurken nicht als Schwein

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Michael Hatzius und die Echse überzeugten in der Stadthalle

Katzenelnbogen, 19. Juni 2021

Mit einem prominenten Puppenspieler startete das Kulturprogramm Dialog Aar-Einrich endlich in die Bühnensaison 2021: Michael Hatzius kam samt Echse und einigen andere puppigen Freunden in die Stadthalle Katzenelnbogen. Sein Programm „Echsoterik“ bot dem Publikum zynischen Humor, spitzzüngigen Wortwitz und natürlich Puppentheater vom Feinsten. „Die Echse“, das weise, grummelige Reptil, das die Evolution nach eigener Aussage hautnah miterlebt hat, ist – nicht nur – durch viele Fernsehauftritte bekannt für seine unangepassten und oftmals so gar nicht zeitgemäßen Ansichten und Lebensweisheiten.

Bevor die Echsoterik zum Zuge kam, hieß der künstlerische Leiter des Dialogs Aar-Einrich Matthias Frey die Gäste willkommen, die sich – natürlich mit Abstand und Hygienekonzept – riesig freuten, dass das Programm nach mehrmaliger coronabedingter Absage nun stattfinden konnte.

Als „Aufwärmer“ sorgten die Schweine Steffi – ziemlich grob und uncharmant – und Thorsten – zum Verlieben unsicher und überdreht – für Stimmung. Das Publikum machte dankbar mit, sang, klatschte, schnalzte mit den ungleichen Ringelschwanzträgern um die Wette und bereitete so den Boden für den Haupt-Act: Michael Hatzius erweckte seine Echse gewohnt souverän und so überzeugend zum Leben, dass man ihn, obwohl stets zu sehen hervorragend ausblenden konnte. Die Illusion des rotzfrechen, fatalistisch meckernden Reptils gelang vom ersten Moment an perfekt.

Natürlich wurde Katzenelnbogen dabei ebenso durch den Kakao gezogen – „immerhin: Ihr habt hier eine Straße und die kann man auf beiden Seiten hoch- und wieder runtergehen“ wie die Zuschauer, die die Echse schnodderig-sympathisch und häufig einbezog: „Aus Mittelfischbach kommst du? Muss ja ein sehr bedeutender Ort sein, wenn Ihr Euch gedacht habt, dass man den einfach mal dreiteilen kann.“

Dialekte wurden verbal zerbröselt: „Der Schwabe hat eine Konsonantenbehinderung – geht da bei den Püppis was, wenn einer sagt ‚isch hab Luschd‘?“, regionale Ausdrücke wurden überzeugend falsch analysiert: „Eeeebsch, ja, das wird wohl eine Ebene sein, die schräg ist – daraus wird dann eeeebsch. Ist doch logisch!“

Vegetarismus lehnte das großmäulige Reptil aus evolutionärer Ernährungserfahrung ab: „Wir verkleiden eine Gurke nicht als Schwein!“, ebenso wie das Angebot, Papst zu werden: „Warum sollte ich mein eigener Stellvertreter sein?“

Die Zuschauerinnen und Zuschauer waren begeistert: Endlich hatten sie mal wieder einen Abend lang die Gelegenheit, sich entführen zu lassen in eine Welt der Illusion – und das keineswegs „albern und konzeptlos“, wie die Echse höchstpersönlich die Idee des Puppentheaters nannte. Der ausgezeichnete Puppenspieler Michael Hatzius beschenkte das Publikum an diesem Abend mit viel mehr als nur ein wenig Unterhaltung: Er sorgte für das Gefühl von Normalität, ließ die Menschen emotional durchatmen und pustete ihre Seelen mit Ironie, intelligentem Witz und einer gelungenen Gratwanderung zur politischen Unkorrektheit gehörig durch. Die angekündigte „humorvollen Audienz mit offenem Herzen und großer Klappe voller echsquisiter Improvisationen“ war eine durch und durch gelungene Rückkehr in das kulturelle Leben mit dem Dialog Aar-Einrich.

Gefördert wurde die Veranstaltung durch die LEADER AG Lahn-Taunus, von der Europäischen Union (ELER-Mittel) und dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz.

Weltenfrauen – im Gewand der Vielfalt

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SWR Aktuell Rheinland-Pfalz

Sendung vom Sonntag 7. März 2021 19:45 Uhr
SWR Aktuell Rheinland-Pfalz, SWR Fernsehen RP

Weltenfrauen – im Gewand der Vielfalt

VG Aar-Einrich, 8. Mai 2021.

Kunst kommt zu den Menschen: Berührende Frauenportraits führen Kultur, Selbstverständnis und Stärke vor Augen

Endlich wieder Kunst, Kultur und zumindest ein paar Menschen! Auch wenn die Vernissage der Fotoausstellung „Weltenfrauen“ unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden musste, hat sie doch schon am ersten Tag für viel Bewunderung und Aufsehen gesorgt: In der Glasfront des Dorfgemeinschaftshauses Hahnstätten waren die faszinierenden Portraits der Freiburger Fotokünstlerin Ellen Schmauss zu sehen und lockten bei herrlichem Frühlingswetter bereits die ein oder anderen Schaulustigen auf den Vorplatz, während im DGH mit gebührendem Abstand eine kleine Vernissage  zur faszinierenden Fotoausstellung „Weltenfrauen – Im Gewand der Vielfalt“ stattfand.

Die Fotokünstlerin Ellen Schmauss berichtete, dass die Begegnung mit der indisch-deutschen Tänzerin Shany Mathew vor zwölf Jahren Auslöser war für die Ausstellung, die seit einem Jahr „auf Tournee“ ist – auch wenn natürlich die Pandemie hier einiges durcheinandergewirbelt hat. Shany Mathew war nun auch in Hahnstätten zu Gast. Sie nahm die Gäste durch ihre ruhige, beeindruckende Vorstellung von Gesten, Mimik und spannenden Einblicken in die Hintergründe des indischen Tempeltanzes mit auf eine faszinierende Reise in die indische Kultur, die sie selbst – geboren und aufgewachsen in Heidelberg – erst im jungen Erwachsenenalter und sehr bewusst kennengelernt hat. Ihre tänzerische Darbietung übertrug die Theorie anschließend auf umwerfende Weise in die Praxis.

Damit verkörperte Shany Mathew genau das, was der Antrieb für die Fotoausstellung ist: Frauen unterschiedlichster Herkunft präsentieren sich nicht nur äußerlich in ihrer landestypischen Tracht, sondern setzen sich in begleitenden Texten mit ihren Wurzeln und ihrem Selbstverständnis vor dem Hintergrund der interkulturellen Identität auseinander.

In kurzen Ansprachen führten die Gleichstellungsbeauftragte des Rhein-Lahn-Kreises Dorothee Milles-Ostermann und die Gleichstellungsbeauftragte der VG Aar-Einrich Doris Weyand in die Ausstellung ein. Landrat Frank Puchtler freute sich ebenso wie VG-Bürgermeister Harald Gemmer, der Hahnstätter Bürgermeister Joachim Egert und die Kulturmanagerin des Zweckverbands Oberes Mittelrheintal Sarah Piller darüber, dass die Ausstellung pünktlich zum Weltfrauentag in der VG Aar-Einrich beginnt und auf ihre Weise auf die noch immer oft benachteiligte Lebenssituation und -perspektive der Frauen weltweit aufmerksam macht.

Matthias Frey, der künstlerische Leiter des Dialogs Aar-Einrich, der die Ausstellung im Rahmen des Kulturprogramms in die VG geholt hat, betonte, wie wichtig es ist, dass man so zur Wertschätzung aller Kulturen beitragen wolle.

Die 90 bemerkenswerten Fotografien, mit denen sich Ellen Schmauss mit respektvollem Augenmerk auf Frauen der bunten kulturellen Vielfalt unserer Gesellschaft widmet, sind bis 6. April in vielen Schaufenstern von Unternehmen, Behörden und Läden im gesamten VG-Gebiet zu sehen. Anschließend sollen sie verteilt auf den gesamten Rhein-Lahn-Kreis ausgestellt werden. Interessierte Unternehmen oder anderen Institutionen, die Schaufenster bestücken möchten, können sich gerne melden unter: Matthias Frey

Ausstellungskatalog: der ausführliche und reich bebilderte Ausstellungskatalog zur Ausstellung „Weltenfrauen“ ist in den beiden VG Aar-Einrich Verwaltungsstellen in Katzenelnbogen und Hahnstätten für 15.- € zu erwerben.

Die Ausstellung ist eine Veranstaltung des Dialog Aar-Einrich. Gefördert wird sie über die LEADER AG Lahn-Taunus, von der Europäischen Union (ELER-Mittel) und dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz.

Verlegung von STOLPERSTEINEN

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Gegen das Vergessen: Erschütternde Schicksale lassen den Atem stocken

VG Aar-Einrich, 27. Oktober 2020.

15 Stolpersteine in der Verbandsgemeinde Aar-Einrich verlegt

Beklemmend und berührend war diese Aktion: 15 Stolpersteine wurden zur Erinnerung an NS-Opfer aus der Region der Verbandsgemeinde Aar-Einrich verlegt – das hieß für den Künstler Gunter Demnig, 15-mal ein passendes Loch zu graben, 15-mal einen goldglänzenden Stolperstein zum Gedenken an ein besonderes, erschütterndes Schicksal eines Menschen in der Hand zu halten, letzte Kanten abzuschleifen, um den Stolperstein passend zu machen und dann im Boden zu verankern. Das alles verrichtete Demnig immer wieder routiniert, ruhig, in sich versunken, während im Halbkreis Frauen und Männer um ihn standen, die an den Menschen erinnerten, dessen Name in den Stein graviert ist. Samt Geburtsdatum und dem Datum seines gewaltsamen Todes.

Die Stolpersteine sind dabei kein wörtliches Hindernis beim Gehen, niemand wird körperlich über sie stolpern. Doch die kargen Daten, die die Steine enthalten, lassen den Atem stocken. Jeder Stein ist vor dem jeweils letzten frei gewählten Wohnort dieser 15 Menschen platziert, die in der Region der heutigen Verbandsgemeinde Aar-Einrich gelebt haben – in den Ortsgemeinden Kördorf, Herold, Katzenelnbogen, Allendorf und Flacht. Jeder Stein steht für  einen Menschen, der vom NS-Regime verfolgt, gequält und ermordet wurde.

Die Stolpersteine erinnern dabei an die Schicksale von jüdischen Bürgern und die Ermordung von Menschen mit körperlichen und seelischen Behinderungen während der NS-Diktatur. Um diese Menschen noch einmal möglichst lebendig ins Gedächtnis zu rufen, lasen Mitglieder des Arbeitskreises Stolpersteine der VG Aar-Einrich Erinnerungen an die Vita der ermordeten Menschen vor.

So wie die von Frieda Weber, einem fröhlichen Kind, das 1914 auf die Welt kam, mit seinen Eltern in Herold auf dem Bauernhof aufwuchs. Ein Mädchen, das nach dem Tod der Mutter 1929 in die damalige Heilanstalt Scheuern kam, zunächst wenig Kontakt fand und so gern mit ihrem Teddy spielte. Ein Mädchen, bei dem „mongoloide Idiotie“ festgestellt wurde, bei dem aus Sicht der Ärzte „keine Aussicht auf Besserung oder Heilung“ stand. Aus dem  Mädchen wurde eine junge Frau wurde, die sich freute, wenn sie ihre Jacke anziehen durfte, weil sie wusste, dass dann der ebenfalls erkrankte Vater zu Besuch kam, der ihr heimlich ein wenig Essen zusteckte. Über diese junge Frau, die nicht gefördert wurde, gab es über die Jahre in den Unterlagen der Anstalt immer weniger Einträge. Frieda Weber wurde schließlich als „unwertes Leben“ und „unnützer Esser“ eingestuft und am 21. April 1941 abgeholt. Sie wurde nach Hadamar transportiert und kam dort noch am selben Tag in die Gaskammer, wo sie ermordet wurde.

Die Besucher der Stolpersteinverlegungen waren bei jeder dieser Erinnerungen erschüttert – erst recht, wenn dann noch ein Bild gezeigt wurde, das, wie bei Frieda Weber das fröhliche Gesicht eines glücklichen Mädchens zeigte.

„Es ist so wichtig, dass wir diese Schicksale und diese Verbrechen niemals vergessen“, so die einhellige Meinung der Teilnehmer, zu denen natürlich in jedem Ort Bürgermeister, Vertreter der Verbandsgemeinde und des Arbeitskreises Stolpersteine der VG Aar-Einrich sowie zahlreiche Bürger gehörten, die den ermordeten ehemaligen Mitbürgern mit Blumen auf dem Stolperstein die letzte Ehre erwiesen.

Die Verlegung eines Stolpersteins kostet 120 Euro für Vorbereitung, Material, Fertigung und Versand. Die Steine werden vom Berliner Bildhauer Michael Friedrichs-Friedlaender (Berlin) in Handarbeit angefertigt. Der Arbeitskreis Stolpersteine der Verbandsgemeinde Aar-Einrich finanziert die Stolpersteine und ihre Verlegung durch Spenden.  Privatpersonen, Institutionen, Firmen, Vereine oder Parteien können Patenschaften übernehmen. Spenden sind möglich auf eines der Konten der VG Aar-Einrich unter dem Stichwort „STOLPERSTEINE“:

Nassauische Sparkasse IBAN: DE76 5105 0015 0604 0147 00,
Volksbank Rhein-Lahn-Limburg eG, IBAN: DE07 5709 2800 0206 8997 00,
Postbank Frankfurt, IBAN: DE03 5001 0060 0337 2506 00.

„In Auschwitz gab es keine Vögel“

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Gnadenlos gespenstisch: „In Auschwitz gab es keine Vögel“

Evangelische Kirche Klingelbach/VG Aar-Einrich, 24. Oktober 2020.

Berührende Konzert-Lesung mit Monika Held und Gregor Praml
Ein Abend voller Gänsehaut: Sie begann mit der Lesung und dem Originalton des Protagonisten Hermann Reineck aus dem Buch von Monika Held „Der Schrecken verliert sich vor Ort“, und wich nicht mehr, bis der letzte Ton verklungen war: „In Auschwitz gab es keine Vögel. Ich weiß nicht, was die Vögel aus Auschwitz vertrieben hat. Vögel gibt es überall, ich habe genau aufgepasst und hingehört, es war dort gespenstisch ruhig.“ Die Besucher in der Kirche waren ergriffen von der  Lesung aus dem Buch von Monika Held, die mit ihrer Geschichte Erlebtes und Erlittenes weitergeben will: „… gegen die Grenzen der Vorstellungskraft und verbunden mit der Absicht, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in unserem Land zu bekämpfen.“

Der Kontrabassist Gregor Praml und die Autorin Monika Held erzählen diese Geschichte gemeinsam: Praml kreiert mit seinem Instrument einen Klangkosmos zum Thema „Erinnern, um nicht zu vergessen“: Der Bass groovt, singt und klagt und seine Klanglandschaften klingen nach einem ganzen Orchester. Durch die Konzertlesung ziehen sich die sehr persönlichen und berührenden O-Töne des Zeitzeugen, aus dessen Überlebensgeschichte der Roman entstand. Eine besondere Idee des   Filmkomponisten und Weltmusikers Matthias Frey, der auch künstlerischer Leiter des Kulturprogramms Dialog Aar-Einrich ist, im Vorfeld auf die Stolperstein-Verlegung in der Verbandsgemeinde Aar-Einrich hinzuweisen. Der Arbeitskreis Stolpersteine stellte die Veranstaltung vor und verlas dazu mehrere Biografien von Menschen aus der Region, die während des NS-Regimes ermordet wurden.

Gefördert wurde die Konzert-Lesung im Rahmen des Kulturprogramms Dialog Aar-Einrich durch die LEADER AG Lahn-Taunus, von der Europäischen Union (ELER-Mittel) und dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz.

Monika Held und Gregor Praml haben ein besonderes Angebot für Schulen entwickelt:

Wegen der Corona-Pandemie mussten viele Veranstaltungen abgesagt werden. Darum haben Held und Praml mit dem Filmemacher Mathias Hundt eine filmische Umsetzung der Konzert-Lesung produziert. Der Film folgt der Ursprungsidee, eine Lesung mit Live-Musik zu verknüpfen, die nicht nur Begleiter, sondern selbst zum Erzähler wird. Hundt arbeitet mit nur einer Kamera, die den Zuschauer durch die Geschichte führt. Sie ermöglicht es, nah bei den Protagonisten zu sein. Der Film wird kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Künstler vergeben ein Passwort. Kontakt: Gregor Praml: info@gregorpraml.de 0171–4535321

Weitere Informationen zur Konzertlesung

Link zum Trailer des Films „In Auschwitz gab es keine Vögel“

Autorin Monika Held und der Kontrabassist Gregor Praml sind selbst zu Erzählenden geworden, um das Vergessen der NS-Gräueltaten zu verhindern. Foto: Uschi Weidner

Black Pirate Poetry – Leinwandlyrik mit Ralph Turnheim

Black Pirate Poetry – Leinwandlyrik mit Ralph Turnheim

Zollhaus/VG Aar-Einrich, 9. Oktober 2020.

Knurren, Säbelklirren und dramatisches Seufzen in historischer Vollendung

Sollten Stummfilme eine Stimme bekommen? Wenn es die von Ralph Turnheim ist, dann auf jeden Fall! Der Schauspieler erweckte den ersten farbigen Piratenfilm der Welt auf unvergleichlich witzige Weise zu ganz neuem Leben. Mit seiner „Leinwand-Lyrik“ begeisterte der Schauspieler nun das Publikum im Kinosaal des Kreml-Kulturhauses in Zollhaus.

Das Publikum war handverlesen, denn die Veranstaltung fand witterungsbedingt nicht open air statt –  und im Kinosaal dürfen momentan nur wenige Zuschauer Platz nehmen. Die jedoch hatten eine Mordsgaudi bei ihrer recht exklusiven Vorstellung. Ralph Turnheim, ausgebildeter Schauspieler und virtuoser Sprechkünstler, begeisterte sie mit seiner „Black Pirate Poetry“, einer Veranstaltung des Kulturprogramms Dialog Aar-Einrich die in Kooperation mit dem Kreml Kulturhaus stattfand. Turnheim stellte zunächst die Produktionsumstände des Films „black pirate“ und die damals einzigartige Technik der Colorierung mit all ihren Tücken und Finessen vor – professionell, leicht verständlich und sehr informativ.

Dann ging es ans Eingemachte – Licht aus, Stummfilm an, plus Stimme aus der Dunkelheit. Der „wohl einzige professionelle Stummfilmerzähler im deutschen Sprachraum“, wie Turnheim selber sagt, gab den Rollen durch seine unvergleichliche Simultansynchronisierung feinst geschliffene Charaktere. Live, lyrisch und mit charmantem wienerischen Unterton hatte er die Zuschauer und -hörer schnell in seinen Bann gezogen. Da war der französische, hinterlistige Pierre, der stolze Fürst, das verhuschte Prinzesschen und viele mehr. Jede Rolle bekam eine eigene Stimme, eigenen Dialekt und Stimmfarbe. Turnheim hatte kaum Zeit, Luft zu holen, denn auch Hintergrundgeräusche, das Knurren der Piratenmeute, das Paffen des knorrigen Alten und selbst die Töne des erbitterten Säbelkampfes erschuf er allein mit seinen Stimmbändern.

90 Minuten sprach, seufzte und rasselte Turnheim durch den Film und hatte – dann endlich nach einem kräftigen Schluck aus der Wasserflasche – noch viel Freude am Publikum: Das verwöhnte ihn nicht nur mit sehr lang anhaltendem Applaus und Jubel, sondern stellte viele Fragen rund um die besondere Kunst des Stummfilmerzählens.

Einen Tag braucht er für eine Minute Text, verriet er. Das Erzählen, die Stimmvielfalt und Atemtechnik habe er durch seine Schauspielausbildung verinnerlicht. Die Zuschauer waren begeistert. „Schade, dass man sich die vielen tollen Reime nicht merken konnte“, meinte einer von ihnen. Eine philosophische Weisheit aus einem besonders dramatischen Moment habe er sich jedoch mitgenommen: „Dein Leben ganz beschissen läuft – wenn Dein Retter grad ersäuft!“

Gefördert wurde die zweistündige Veranstaltung im Rahmen des Kulturprogramms Dialog Aar-Einrich durch die LEADER AG Lahn-Taunus, von der Europäischen Union (ELER-Mittel) und dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz.

Douglas Fairbanks brilliert als eben jener im ersten Piratenfilm Hollywoods. Das Epos auf hoher See ist so aufwendig und dynamisch in Szene gesetzt, wie nur Fairbanks es konnte. Alle Piraten-Mythen, die seit Jahrhunderten die Fantasie der Menschen anstacheln, finden sich in diesem gigantischen Werk. 1926 waren Farbfilme unerforschtes Terrain, doch Fairbanks wagte das Abenteuer und produzierte den ersten in Farbe gedrehten Kinofilm Hollywoods. Das Publikum stürmte begeistert die Kinos. Anekdote am Rande: Einem Kinobesitzer waren die hohen Einnahmen regelrecht unangenehm – deswegen zahlte er Fairbanks zu den üblichen Tantiemen freiwillig eine zusätzliche Beteiligung aus.

Weitere Infos zu Ralph Turnheim gibt es unter: www.leinwand-lyrik.de

„Anders gedeutscht“ mit Markus Jeroch

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Fotos © Dagmar Schweickert

„Anders gedeutscht“ – mit Marcus Jeroch

Katzenelnbogen/VG Aar-Einrich, 3. Oktober 2020.

Grandioses Sprachabenteuer: Nudelholz als Eheretter und Glühwürmchensex im Birnbaum

Marcus Jeroch begeisterte in der Stadthalle – Großes Interesse an Roll-Up-Ausstellung

Der Abend mit dem Wortjongleur Marcus Jeroch hat das Publikum begeistert: Wegen der großen Nachfrage war der Abend mit dem begnadeten Entertainer vom Einrichmuseum kurzfristig in die Stadthalle Katzenelnbogen verlegt worden.

„So konnten wir die aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln problemlos umsetzen“, betonte der Organisator und künstlerische Leiter des Kulturprogramms Dialog Aar-Einrich Matthias Frey. Er eröffnete den Kulturabend und freute sich darüber, dass es gelungen war, am Tag der deutschen Einheit neben dem Solokünstler auch eine sehr aktuelle Roll-Up-Ausstellung in der Stadthalle präsentieren zu können.

Die wurde von Dominic Schreiber im Namen des Regionalbüros Rheinland-Pfalz/Saarland der Friedrich-Ebert-Stiftung vorgestellt: Auf 16 Tafeln führt sie vor Augen, worin die Grundlagen unserer Demokratie bestehen und wie sehr Rechtsextremismus diese Demokratie und die Menschenrechte bedroht. Die Ausstellung informiert über verschiedenste Facetten des Rechtsextremismus und nimmt speziell Bezug zu Rheinland-Pfalz. Vor dem Bühnenprogramm und während der Pause nutzten die Gäste die Gelegenheit, die Roll-Ups und ihre tief berührenden Inhalte näher zu betrachten. In den kommenden Wochen werden die Exponate im gesamten Gebiet der VG Aar-Einrich verteilt zu sehen sein.

Im Mittelpunkt des Abends stand für die 80 Zuschauer dann aber natürlich das umwerfende Soloprogramm „Anders gedeutscht“, das der Berliner Künstler Marcus Jeroch passend zum Tag der deutschen Einheit und im Rahmen des Kulturprogramms Dialog Aar-Einrich zum Besten gab.

Mit einer gelungenen Mischung aus Akrobatik, Jonglage, Slapstick und schier unbeschreiblich virtuosem Wortwitz entführte Jeroch die Zuschauer aus dem tristen Herbstalltag. Die Gäste kamen kaum aus dem Staunen heraus, lachten Tränen oder lauschten fasziniert angesichts der dargebotenen Wortkunst. Worte, Texte und Bälle machte Marcus Jeroch zu seinen Spielzeugen. Er verformte sie, erschuf unerwartet Neues. Schachtelsätze und verrenkte Gliedmaßen sorgten für eine atemberaubend wilde Fahrt durch die Welt der Semantik und Sprachphilosophie. Da wurden Glühwürmchen zu Schöpfern der Glühbirnen, Nudelholz und Fahrradkette dienten dazu, eine Ehe zu retten und natürlich wäre es für alle viel besser vom „Geschlecht“ zum sprachlich viel freundlicheren „Ge-gut“ zu wechseln.

Wie der Verzicht auf einzelne Buchstaben zu grandios komischer Sprache führen kann und wie virtuos es ist, jeden Satz mit dem letzten Wort des vorherigen Satzes beginnen zu lassen: Das alles und noch viel mehr verwebte Marcus Jeroch zu einem Abend voller Esprit, Humor und Feingefühl. Das Publikum war begeistert und spendete langen Applaus für den Ausnahmekünstler aus Berlin.

Gefördert wird die Veranstaltung durch die LEADER AG Lahn-Taunus, von der Europäischen Union (ELER-Mittel) und dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz.

Roll-up Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“

Kurz bevor der Berliner Wortjongleur Marcus Jeroch die Besucher mit seinem Soloprogramm „Anders gedeutscht“ fasziniert, beginnt im Foyer  die Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung. Was sie vermittelt, geht ans Herz, macht nachdenklich und rüttelt auf: Auf 16 Tafeln zeigt die Ausstellung, worin die Grundlagen unserer Demokratie bestehen und wie sehr Rechtsextremismus genau diese Demokratie und die Menschenrechte bedroht. Die Ausstellung informiert über verschiedenste Facetten des Rechtsextremismus und nimmt dabei speziell Bezug zu Rheinland-Pfalz.

„Die Arbeit mit der Ausstellung ist auch eine gute Methode für Schulen, Institutionen und Initiativen, sich mit gesellschaftlichen Grundsatzfragen und aktuellen Entwicklungen auseinander zu setzen“, erklärt Matthias Frey, der künstlerische Leiter des Kulturprogramms Dialog Aar-Einrich dazu. Die Ausstellung wird am 3. Oktober in der Stadthalle Katzenelnbogen eröffnet und dort komplett präsentiert.  Anschließend werden die einzelnen Exponate in der gesamten Verbandsgemeinde Aar-Einrich verteilt und ausgestellt. Die Ausstellung kommt sozusagen zum Publikum.

Eine Ausstellung des Regionalbüros Rheinland-Pfalz und Saarland der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Gefördert wird die Veranstaltung durch die LEADER AG Lahn-Taunus, von der Europäischen Union (ELER-Mittel) und dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz.
Eröffnung der Ausstellung: am Samstag 3. Oktober 2020
Laufzeit: 3.–30. Oktober 2020

Weitere Infos zur Ausstellung finden Sie hier